Winter Blues

08.01.2018

Tipps und Tricks dagegen

Da ist sie wieder: die Winterzeit, dunkel und klirrend-kalt. Morgens fällt es noch schwerer als sonst, sich aus der warmen Bettdecke zu schälen und bibbernd den Weg nach draußen anzutreten. Nachmittags ist es gefühlt schon wieder nachts. Da ist es kein Wunder, dass die meisten am liebsten ein, zwei Monate Winterschlaf halten würden. Doch Rettung naht: in Form unserer Akut-Tipps gegen winterbedingte miese Laune.

Musik! Gehört für viele wie selbstverständlich zum Alltag, kann man aber auch mal wieder ganz bewusst genießen: gute Musik hebt die Stimmung und entspannt. Wie wäre es mit einer eigenen Gute-Laune-Playlist? Spätestens nach zwei, drei Liedern kann der Fuß gar nicht mehr anders, als mitzuwippen. Aber nicht nur das Hören hilft, sondern auch das Selber singen. Und das hat, wie Forscher in einer Studie nachwiesen, sogar den positiven Nebeneffekt, dass das Immunsystem gestärkt wird!

Licht! Licht beeinflusst unsere innere Uhr, und die wird wiederum gesteuert durch das Hormon Melatonin. Das ist dafür verantwortlich, dass wir normalerweise müde werden, wenn es dunkel wird. Lichttherapie gehört bei Depressionen mittlerweile zum Standardbehandlungsrepertoire. Zwar ist gerade Sonnenlicht im Winter mitunter eine rare Ressource, doch selbst die winzigsten Strahlen oder auch spezielle Tageslichtlampen helfen, Stimmung und Antrieb zu verbessern. Es werde happy!

Wellness! Wenn die Seele in dunklen Gewässern dümpelt, hilft es, sich etwas Gutes zu tun. Verwandle die Wohnung (oder das WG-Zimmer)mithilfe von einem heißen Bad,  Kerzen oder eine Tasse Tee in deine ganz persönliche Wellness-Oase. Lass die To-Do-Liste mal To-Do-Liste sein und hänge ein Bitte-nicht-stören-Schild draußen an die Türklinke. Wo Ruhe herrscht, kann das Herz auftanken. Und schon geht man wieder energiegeladener an die kommenden Tage!

Nähe! Wenn Menschen miteinander kuscheln, wird ein ganz bestimmtes Hormon ausgeschüttet: Oxytocin. Das stärkt die Bindung (übrigens auch zwischen stillenden Müttern und ihren Babys) und sorgt nebenbei für selig-zufriedene Laune. Also, krallt euch Freund/Freundin oder, falls nicht vorhanden, Haustier, Mitbewohner oder Freunde, und drückt sie mal wieder so richtig. Liebe!

Aktivität! Wer viel unterwegs ist und erlebt, ist besser drauf: das wurde bei der Beobachtung von depressiven Patienten nachgewiesen. Diese sollten ein Tagebuch darüber führen, wann sie etwas unternommen hatten und wie an dem jeweiligen Tag ihre Stimmung war. Es zeigte sich, dass Leerlauf tatsächlich die Laune drückt. Übertreiben ist natürlich auch keine Lösung; um nicht auszubrennen, sind Ruhephasen ebenso wichtig. Aber im Zweifel ist es immer gut , sich doch aufzuraffen und frische Eindrücke durch Begegnungen mit anderen Menschen zu sammeln.

Hobbies! Jetzt ist die Zeit dazu da, rausgehen ist eh meist mit unangenehmer Kälter und gemeingefährlicher Schlitterpartien im Schneematsch verbunden: Schnapp dir mal wieder ein Buch, belege einen Malkurs, bastle oder probiere etwas Neues aus. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Und das gute Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben, sorgt nebenbei für beschwingte Stimmung.

Frische Luft! Wer sich von den oben genannten Witterungsverhältnissen nicht abschrecken lässt, verschafft seinem Körper und seiner Seele besonderen Bonus, sich mal wieder richtig durchpusten zu lassen. Bewegung im Freien, z.B. in Form eines langen Spaziergangs, macht den Kopf frei und nebenbei fit.

Flucht! Manchmal bringt alles nichts – die vereisten Straßen, das ewige Dämmerlicht, die kaltgefrorenen Finger sind nicht mehr zu ertragen? Dann hilft nur eines: Raus. Weg. Urlaub. Es müssen ja nicht immer zwei Wochen Malle sein (auch wenn das mit Sicherheit als eine sehr wirksame Lichttherapie verbucht werden könnte), auch in einem kleinen Wochenendausflug liegt schon das Glück und wenn das Geld partout nicht reichen will, kann auch die Vorfreude während der reinen Planung des nächsten Urlaubs schon helfen.

Informieren! Zu guter Letzt ein vielleicht zunächst etwas seltsam anmutender Vorschlag: Nachrichten gucken. Oder tiefschürfende Dokus. Irgendetwas Problematisches. Neben dem Vorteil, dass du dich bildest und fortan in weltpolitischen Gesprächen nicht mehr außen vor bist, sondern mit deinem Wissen glänzen kannst, hilft es dir, deinen eigenen Blickwinkel neu zu justieren. Wer erfahren hat, mit welchem Leid Menschen in ganz anderen Teilen der Welt konfrontiert sind, erkennt vielleicht, dass die eigenen Probleme gar nicht mehr so arg sind. Immerhin hast du gerade ein Dach über dem Kopf. Bist (mehr oder weniger) satt.

Mit diesen Tipps sind beste Voraussetzungen geschaffen, um ganz unbeschwert durch die dunkle Jahreszeit zu kommen.

Text: Ragna Schmidt